Dezember 2008
Trümpfe für Hallein:
Neustart. Die Halleiner Papierfabrik verdiene eine neue Chance. Das wollen Experten und Politiker dem finnischen Konzern beweisen..
HALLEIN. Betriebsräte, Gewerkschafter und ein ganzer Bezirk rüsten für den großen Solidaritätsmarsch morgen, Mittwochabend, für die Halleiner Papierfabrik. Hinter den Kulissen laufen die Bettungsaktionen. Von einem ersten Gespräch zwischen dem M-real-Vorstandsvorsitzenden Mikko Heiander und dem österreichischen Kaufinteressenten Mirko Kovats berichtet LH Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP). Es sei „nicht unkonstruktiv" verlaufen. Heiander habe zwar seine Standpunkte eingenommen, „aber die Tür nicht zugeschlagen", es werde ein zweites Gespräch folgen.
Welcher Interessent auch einsteige, „wir versuchen, ihm die besten Bahmenbedingungen schmackhaft zu machen", sagt der Branchenexperte und Unternehmensberater Kurt Schloffer. Frischfaserkarton statt Feinpapier heißt für ihn die betriebswirtschaftlich sicherste, auf etwa 15 Jahre ausgelegte Lösung. „Wir können die Umsetzung anbieten." Nach der 70 bis 80 Millionen Euro teuren Umrüstung könnten Ende 2010 die ersten Kartons hergestellt und bis dahin in einer Übergangslösung Nischenprodukte hergestellt werden. Für Hallein spreche das „ausgereifte streichtechnologische Know-how". Weitere Trümpfe seien die Integration von Zellulose-und Energieproduktion und „ein optimal realisiertes Abfallwirtschafts- und Ökoenergiekonzept". „Es gibt genug Chancen für Hallein, M-real muss sie nur nutzen", sagt LH Gabi Burgstaller (SPÖ). Sie kann sich auch Förderungen für eine Dauerlösung und für zusätzliche Investitionen vorstellen.
Am Donnerstag tagt der Aufsichtsrat der M-real Hallem AG. Für den Vorabend erhoffen die Organisatoren tausende Teilnehmer am Fackelzug. Treffpunkt ist um 17.30 Uhr der Bayrhamerplatz.
(Artikel aus den Salzburger Nachrichten von Thomas Auinger)
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